Mittwoch, 23. April 2008

interim

Updates soon!

...in der Zwischenzeit hier reinhören:





Quantcast

Montag, 11. Februar 2008

Journal parlé

Nach zwei hervorragenden 12inch-Veröffentlichungen haben die Franzosen Frustration nun - es wurd auch langsam Zeit - eine ganze LP am Start. Das Teil heisst "Relax" und ist bei Born Bad erschienen. Ich kann es kaum noch erwarten meine LP endlich in den Händen zu halten, auf den Turntable zu legen und in einer Euphorie-Attacke meine Enrichtung zu zertrümmern.
Einen kleinen Vorgeschmack hier:



Ebenfalls aus Frankreich, vielleicht nicht ganz so durchgeknallt, aber auch eine DER Entdeckungen des vergangenen Jahres sind Varsovie. Die haben nun zusammen mit Eve Ghost von Scarlet's Remains den alten Sex Pistols Klassiker "Anarchy In The UK" neu interpretiert:

Dienstag, 5. Februar 2008

The Queen of Pop has gone goth

Ha! Ich wußte es immer!
Jetzt kann ich auch wieder beruhigt zu "Las Isla Bonita" tanzen...

Montag, 14. Januar 2008

Am Tag als Joy Division starb

Und wenn in den Kaffeehäusern der Schlipsträger "Warsaw" erklingt,
weiß ich dass "Control" ein Fehler war.



EDIT: Wieder dort gewesen. Keine Musik. Der Garçon fragt, ob ich mich mit Stereo-Anlagen auskenne. Ich antworte: Nein!

Montag, 10. Dezember 2007

Remembrance Daze Mix Dezember 2007












DJ Ian P. Christ:

MI-SEX: Computer Games
VIVE LA FÊTE: Quatsch (David Carretta Remix)
KYLIE MINOGUE: 2 Hearts (Paul Harris Extended Mix)
DEPECHE MODE: Personal Jesus
DURAN DURAN: Zoom In
LOWLIFE: Monitors
FUNERAL CRASHERS: Video Killer
BLOOD RED SHOES: It's Getting Boring By The Sea
(Blamma Blamma Remix)
VHS OR BETA: Burn It All Down
CHRIS CORNER: Attack 61

DJ NecroPhil:

SPECTRES: Cold War
THE ARCH with PETER SLABBYNCK (RED ZEBRA):
I Can't Live In A Living Room
ALIEN SEX FIEND: Ignore The Machine
(Special Electrode Mix by Santy X)
ZZT: Lower State Of Consciousness (Justice Remix)
AUTO KRATZ: Reaktor
THE TEENAGERS: Starlett Johanson
NEILS CHILDREN: Stupid Band
HOLIDAY FUN CLUB: Mellanstadiet
THE HOURLY RADIO: Gun In Hand
THE HUNT: One Thousand Nights

Donnerstag, 29. November 2007

Drei Wochen Geschwisterliebe

Ein vergessenes Jubiläum kann auch nachgefeiert werden. Man muß dem Kind nur einen Namen geben. So wie die Fehlfarben mit ihrem self-tribute-Album "26 1/2", als sie ihren 25-jährigen Geburtstag verschliefen und sich die Partygäste einfach anderthalb Jahre später einluden. 25 Jahre Musik-Produktion haben die Brüder Ron und Russell Mael längst hinter sich - ohne Pauken und Trompeten. 2006 erschien mit "Hello Young Lovers" das 20. Album in der Diskographie der Sparks. Auch kein Grund zum Feiern für die Part-Time-Glam-Rocker. Umso erstaunlicher, dass das Geschwisterpaar die Veröffentlichung ihres 21. Albums nun mit einem Konzert-Marathon begeht.

“How do we best unveil our new album, Sparks as yet untitled 21st? How about playing in concert every single song off of every album that preceded it, all 20 albums on 20 consecutive nights, culminating in the premiere of our latest? That's approximately 250 songs, or for you musicians, 4 million, 825 thousand, 273 notes. Come celebrate each and every one of those notes with us!” , lautet das Statement der Band.

Im Klartext bedeutet das, dass die Band vom 16. Mai an - bis zum 11. Juni - jeden Abend eine Platte aus ihrem Backcatalog in der Londoner Carling Academy Islington live präsentieren werden. Auf der Tour, die keine ist, gibt es dann einen Off-Day, bevor am 13. Juni im Shepherds Bush Empire die Live-Weltpremiere des 21. Albums celebriert wird.
Klassischer weise sollte dem eine Auflösung der Band folgen, doch davon ist bisher nicht die Rede. Tickets kosten im Vorverkauf 20 £ pro Show, bei drei Shows jede einzelne nur noch 18 £ und für die Die-hard-Fans gibt es noch das Komplett-Angebot: Für 350 £ gibt es 21 Konzerttickets, ein signiertes Poster und einen(!) exklusiven Sparks-Song auf CD. Wenn das nicht ein Angebot ist?! Würde gerne wissen, wer sich das antut... Bei den Sisters würde mir sofort jemand einfallen, aber die haben ja Gxxx sei Dank auch (bisher) nur drei Alben veröffentlicht. So, when do I get to sing "My Way"?

Mittwoch, 21. November 2007

Auferstanden aus Ruinen

Fast zehn Jahre hat es gedauert bis Sandow vor kurzem ihr neues Album "Kiong- Gefährten der Liebe" veröffentlichten. Ihre Debüt-LP "Stationen einer Sucht" von 1989, gilt als das Ost-Kult-Album schlechthin - inklusive der Hymne "Born In The GDR", einem Song, dessen Ironie in der Vergangenheit oft fehlinterpretiert und von Sandow für einige Jahre aus dem Live-Programm verbannt wurde.Zur Zeit sind Sandow in neuer Besetzung wieder auf Tour (am 29.11. im Berliner Kesselhaus). Man darf gespannt sein, wie die alten und neuen Songs 2007 auf der Bühne wirken.


Einen Vorgeschmack vom Auftritt in Potsdam zusammen mit dem Filmorchester Babelsberg gibt es hier:

Donnerstag, 15. November 2007

Flug-Tickets buchen oder auf die Festival-Saison warten?

Dienstag, 6. November 2007

Manchmal beginnt das Wochenende früher...

Gute Tage für Berliner Freunde elektronischer Musik im allgemeinen und attraktiver Frontfrauen im speziellen. Den Anfang machen morgen Abend die belgischen Electro-Trash-Rocker Vive la Fête im Kesselhaus.

Els Pinno (ex-Model) und Danny Mommens (ex-Deus - in dem Fall ist natürlich die Band gemeint) werden mit ihrem Hit "Noir Désir" in den Clubs seit Jahren rauf und runter gespielt und haben sich in so ziemlich jeder Szene einen Namen gemacht. Im Kesselhaus treten sie im Rahmen des Francophonic Festivals 2007 auf - zusammen mit den Hollywood Porn Stars und Malibu Stacy. Karten sind an der Abendkasse für 14 Euro erhältlich.

Weiter geht es Donnerstag mit Client im Columbia Club. Unterstützt werden die Stewardess-Popperinen nicht nur durch Neumitglied Charlotte Hatherley (ex-Ash) am Bass und Robert Görl (DAF) am Schlagzeug, sondern auch von Marsheaux im Vorprogramm. Die Griechinnen sind inzwischen Labelmates von Client und werden langsam auch in Deutschland bekannter. Tickets kosten an der Abendkasse 19 Euro.

Nach einer kurzen Verschnaufpause am Freitag, geht es Samstag wieder ins Kesselhaus, wenn dort Adult. aus Detroit spielen. Das Ehepaar Nicola Kuperus und Adam Lee Miller stellt sein neues Album "Why Bother?" vor.

Jessie Evans (ex-The Vanishing) wird zusammen mit Tobi Dammit (ex-Swans) vorher ihr neustes Projekt präsentieren. Karten gibt es noch im Vorverkauf für 13 Euro und an der Abendkasse für 16 Euro.

Montag, 22. Oktober 2007

Understatement

tja, die neue Platte ist echt toll, aber die Herren wohl zu schüchtern [oder sich zu fein], dass auch live zu präsentieren.

“It is with great regret that we have had to pull-out of the European leg of the current Underworld tour due to severe illness in the band. More details will follow, but in the meantime, we appreciated your patience and understanding" UNDERWORLD

"Bereits erworbene Karten können an den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden, behalten aber auch für eventuelle Nachholtermine ihre Gültigkeit.

Die Agenturen sind gerade dabei, mit der Band Nachholtermine abzuklären...
"

schade...

Dienstag, 28. August 2007

[Ankündigung] The Cult - Born Into This



Zuletzt konnte Killing Joke-Gründungsmitglied Martin Glover - besser bekannt als Youth - seiner Vorliebe für Elektropop am Client Album "Heartland" frönen. Doch zurück zum Rock: Für die Produktion des Guns N' Roses Mythos-Albums "Chinese Democracy" ist er auch verantwortlich. Bevor dieses - geschätzt im Jahre 2015 - veröffetlicht wird, kann man sich bereits Ende September von seinen Qualitäten überzeugen. Dann nämlich kommt mit "Born Into This" (Roadrunner), nach sechs Jahren, ein neues Album von The Cult auf den Markt. Nachdem Ian Astbury als Jim Morrison-Imitator bei dem Doors-Nachfolgeprojekt Riders On The Storm ausgestiegen ist, wurde es auch Zeit für ein Lebenszeichen. "Mit 'Born Into This' haben Ian Astbury und Co. ein Album geschaffen welches nicht nur für loyale Cult-Fans ein Ohrenschmaus sein wird, " steht im Pressetext. Angeblich soll der Sound wieder in Richtung der legendären "Love" und "Electric" Alben gehen. Was nicht das Schlechteste wäre. Allerding sind von der ursprünglichen Besetzung nur noch Ian Astbury (Gesang) und Billy Duffy (Gitarre) übrig. Bass und Schlagzeug werden nun von Chris Wyse und John Tempesta bedient.

Hier schon mal ein visueller Eindruck der neuen Single "Dirty Little Rockstar" - live am 4. August beim Del Mark Racetrack in Kalifornien.



Die Tracklist des Albums liest sich wie folgt:

1. Born Into This
2. Citizens
3. Diamonds
4. Dirty Little Rockstar
5. Holy Mountain
6. I Assassin
7. Illuminated
8. Tiger In The Sun
9. Savages
10. Sound of Destruction

Zusätzlich wird es eine Special Edition im Digipak geben, der eine 5-Track-Bonus-CD beiliegen wird:

1. Stand Alone
2. War Pony Destroyer
3. I Assassin (Demo)
4. Sound Of Destruction (Demo)
5. Savages (Full Length)

  • myspace.com/cultmusic
  • thecult.us

    • Montag, 27. August 2007

      [DISCovered] Too late - oder der Zeit voraus?



      Manchmal ist man dann doch überrascht, was die Kollegen da so auf den Plattenteller legen. Für einen kurzen Moment dachte ich mein Wunsch nach Roxy Music wäre doch erhört worden, dann die erste Zeile "Suicide is in my blood". Der alkoholgeschwängerte Kopf fragt sich welchen Bowie-Song er gerade nicht erkennt. Nix anmerken lassen, erst mal tanzen! Doch dann diese Synthie-Melodie. Yes, was zur Hölle ist das denn geiles??? Und noch mal: Tanzbein in die Höh' - bis zu dem unglaublich untanzbarem, irritierendem und umso interessaterem Breakbeat-Part. Getreu dem Motto "Last night a DJ saved my live", muss ich nun doch nachfragen, wer mich da gerade so schwerst beeindruckt hat: Die Shizzo-Popper nennen sich Late Of The Pier.

      Eine kurze Internet-Recherche bringt folgende Erkenntnisse:

      1.) [Zufriedenheit]
      Auf der Band-Seite bei Myspace gibt es den gehörten/gewünschten Song "Space And The Woods" als Free-Download.

      2.) [Vorfreude]
      Das englische Label Moshi Moshi hat sich der Band aus Nottingham angenommen. Die ebenfalls empfehlenswerte Single "Bathroom Gurgle" erscheint dort am 10. September. (Was nicht das erste Mal ist, dass Moshi Moshi dem Trend voraus eilt: "Banquet" von Bloc Party, die "Retreat" EP von den Rakes und die Alben der bezaubernden Au Revoir Simone sind dort erschienen)

      3.) [Ärger]
      Auf dem diesjährigen Berlin Festival, das ich zwar besucht, aber nicht wirklich wahrgenommen habe, hatten Lake Of The Pier einen Auftritt auf der Vice Stage.

      Freitag, 17. August 2007

      [Ankündigung] Neues She Wants Revenge Album

      This Is Forever
      Alles beim Alten



      Am 05. Oktober erscheint das zweite Album von SHE WANTS REVENGE mit dem Titel "This Is Forever" über Perfect Kiss / Geffen / Universal.


      Nicht nur, dass das Cover-Artwork mehr oder weniger eine Variation des Debüt-Layouts ist, auch wenn man den bereits auf MySpace veröffentlichten Track "Written In Blood" als exemplarisch für die gesamte Scheibe sehen möchte, so dürften sich SHE WANTS REVENGE auf ihrem Zweitwerk musikalisch kaum weiter entwickelt haben.

      Den geneigten Fan dürfte das nicht stören, so lange "This Is Forever" ebenso vollgepackt ist mit Hits wie das Debüt-Album der New Yorker.

      Hier schon mal vorab die Tracklist von "This Is Forever":

      01. Love, First
      02. Written in Blood
      03. Walking Away
      04. True Romance
      05. What I Want
      06. Just Begun
      07. She Will Always Be A Broken Girl
      08. This is the End
      09. Checking Out
      10. Pretend the World Has Ended
      11. Replacement
      12. All Those Moments
      13. Rachael

      Montag, 16. Juli 2007

      [Interview] Blacklist

      BLACKLIST
      Unantastbare Wahrhaftigkeit

      (Print-Veröffentlichung in Kürze in "Transmission" # 7)



      In diesen Zeiten begegnet mir vielleicht alle paar Jahre mal eine Band, die über jeden Zweifel erhaben ist und mich derart begeistert, dass ich einfach nicht genug von ihr bekommen kann. BLACKLIST wurde dieses seltene Privileg nun zu Teil.

      Die vierköpfige Formation aus New York hat noch nicht einmal ihr Debüt-Album veröffentlicht und schreibt jetzt schon Hymnen für die Ewigkeit. Unantastbare Klassiker voll packender Kraft, genialer Gitarrenläufe und einnehmender Melodien. Vergesst INTERPOL, die EDITORS und andere Proto-Stadion-Rockbands - BLACKLIST sind die tatsächliche und definitive Rettung und Zukunft des Gitarren-Wave-Sounds!

      Wer die Szene aufmerksam verfolgt und THE CHAMELEONS, THE SOUND, frühe THE MISSION oder THE COMSAT ANGELS zu seinen Favoriten zählt, wird BLACKLIST möglicherweise schon für sich entdeckt haben. Immerhin gelang es der Gruppe mit einem beeindruckenenden 3-Track-Demo, was es ausschließlich zum kostenlosen Download auf ihrer Website gab, bereits einige Wellen zu schlagen und auch hier in Europa eine treue Fangemeinde zu rekrutieren.

      Mit Erscheinen dieses Heftes sollte zumindestens eine EP unter dem Titel "Solidare" als Preview auf den heiß ersehnten Longplayer erhältlich sein. Der Song "Blue Shifted" auf unserer Compilation bietet schon mal einen gelungenen Vorgeschmack darauf.

      Dass BLACKLIST nicht nur eine weitere Band unter vielen ist, wird sich Euch spätestens nach dem Hören ihrer Songs und Lesen des Interviews mit Sänger und Gitarrist Josh Strawn offenbaren.



      Angesichts dessen, dass BLACKLIST noch eine sehr junge Band ist, klingt Euer Sound sehr professionell und extrem ausgefeilt. Ich vermute mal, Ihr habt bereits vorher in anderen Bands gespielt. Was geschah vor BLACKLIST?

      Klar, wir haben vorher bereits in anderen Bands gespielt. Glenn war bei ANTARTICA, James spielte bei COMPOUND RED und NATIONAL SKYLINE und auch Ryan und ich haben in einigen, wenn auch kurzlebigen, Projekten Musik gemacht.

      Wir sieht Euer Publikum in den Staaten aus. Wird BLACKLIST dort als "Goth"-Act gehandelt oder geltet Ihr eher als "Alternative"? Fühlt Ihr Euch zu irgend einer Szene zugehörig?

      Unser Publikum ist eigentlich sehr breitgefächert. Aber irgendwie üben wir eine besondere Anziehung auf die Experimental/Noise-Szene aus, was sicherlich mit unserer persönlichen Vorliebe für obskure Coldwave- und Minimal-Klänge zu tun hat. Auf der anderen Seite lieben wir auch BLACK SABBATH, PINK FLOYD und U2, was uns für Leute interessant macht, die eher auf klassischen Rocksound stehen. Viele unserer Fans mögen auch Sachen wie SUEDE und PULP, oder WIRE, CHROME und THROBBING GRISTLE. Eine wilde Mischung also, die aber in seltsamer Weise miteinander verbunden ist.

      Natürlich gibt es Leute, die uns als "Goth" kategorisieren. Man hat eh nicht immer Einfluss darauf, in welche Schublade man gesteckt wird. So lange "Goth" bedeutet, moderne, dunkle Rock Musik zu spielen, habe ich auch überhaupt kein Problem damit. Falls mit "Goth" allerdings Vampire, schlechte Gedichte und Okkultismus gemeint sind, so sind wir wohl meilenweit davon entfernt.

      Tatsächlich sind wir eine sehr reale und menschliche Band. Meine persönliche Abneigung gegen jeglichen Aberglauben-Mist ist extrem groß. In dem Moment, wo uns alle für klischeehafte Goths halten würden, wüsste ich, dass wir etwas falsch gemacht haben.

      Es gibt mittlerweile eine Szene in New York, mit der wir uns sehr verbunden fühlen. Bands wie THE BELLMER DOLLS, THE HUNT oder BELL HOLLOW sind allesamt gute Freunde von uns. Wir teilen alle eine Liebe zu dunkler Musik in der Art, wie sie NICK CAVE, LORDS OF THE NEW CHURCH, SOUTHERN DEATH CULT oder THE SOUND gemacht haben. Aber keine der aktuellen Bands, die wir mögen, möchte Musik für depressive Herumlungerer machen. Es ist alles sehr lebendig und sexy, manchmal hedonistisch. Unter diesem Gesichtspunkt würde ich das Ganze eher als Rock 'N' Roll im weitesten Sinne bezeichnen.



      BLACKLIST haben einen Song von der französischen Band ASYLUM PARTY gecovert, "Pure Joy In My Heart". Eine recht ungewöhnliche Wahl. Gibt es eine besondere Verbindung zu dem Song oder zur Band?


      Ja. In den Anfangstagen bestand die Band nur aus Ryan und mir, und wir spielten überwiegend von MOTÖRHEAD und IRON MAIDEN beeinflusste Musik. Allerdings hörte ich neben Metal damals auch schon sehr viel COMSAT ANGELS, THE SOUND und CHAMELEONS. Als Glenn – unser Schlagzeuger – dann zu uns stieß, verstärkte sich dieser Einfluss, da er wesentlich mehr auf diesen Sound abfuhr. Er gab uns dann dieses ASYLUM PARTY-Album mit dem Song "Pure Joy In My Heart" und es machte "klick". Das war der Punkt, an dem wir alle einen gemeinsamen Nenner fanden. Es war klar, das dies genau das ist, was wir machen wollen. Ich fand die Gitarren in dem Song schon immer etwas "Shoegaze"-mäßig. Und James mit seinem ebenfalls "Shoegaze"-angehauchten Gitarrenspiel definierte schließlich auch den Sound von BLACKLIST.

      Wir haben ASYLUM PARTY dann natürlich kontaktiert und die Genehmigung für das Cover eingeholt. Die Band war begeistert von unserer Version. Deren Drummer war kürzlich in New York und wir sind viel miteinander rumgezogen. Nette Typen.

      Ihr habt mit James Iha, dem Ex-Gitarristen der SMASHING PUMPKINS, ein paar Songs für Euer erstes Album aufgenommen, aber die Zusammenarbeit nach einer Weile wieder beendet. Was war passiert? Wie habt Ihr James überhaupt kennen gelernt?

      Er sprach uns nach einem unserer ersten Gigs an und wir nahmen ein paar Tracks zusammen auf. Ich glaube, er wollte etwas anderes aus uns herausholen und wir hatten irgendwie auch andere Erwartungen an ihn. Also gingen wir wieder getrennte Wege. Keine große Sache und auch ohne negative Gefühle auf beiden Seiten – es hat einfach nur nicht gepasst. Wir haben unser Album dann schließlich selbst produziert, was auch sehr gut funktioniert hat.

      Mark Burgess von den CHAMELEONS ist auf Platz zwei Eurer MySpace-Friendlist. Seid Ihr tatsächlich gut mit ihm befreundet, oder ist er einfach nur ein großer Einfluss?

      Im März spielten wir einige Shows für das SXSW ("South By Southwest"-Festival) in Austin, Texas. Ein Konzert davon war mit Thurston Moore (SONIC YOUTH), ein weiteres eben mit Mark Burgess und seiner neuen Band BIRD. Wir haben ihn dort zum ersten Mal getroffen. Ein paar Tage später sahen wir ihn dann bei einer seiner Show in New Jersey wieder und tranken einige Runden Whiskey zusammen. Er ist für mich nicht nur einer der besten Songwriter, sondern auch einer der großartigsten Typen im Rock-Geschäft. Ich würde jede Gelegenheit nutzen, wieder mit ihm live zu spielen.

      Euer Drummer Glenn ist ja auch beim Label "Wierd Records" involviert. Was ist das Konzept hinter dem Label?

      Diese "Wierd"-Geschichte ist wirklich ein Phänomen, was es nicht häufig gibt. Das Label ist dabei nur eine Ausweitung der ganzen Sache. "Wierd Records" ist das Label von Pieter Schoolwerth, einem befreundeten Künstler. Pieter und Glenn veranstalten seit einigen Jahren gemeinsam die "Wierd"-Party, eine auf Coldwave und Minimal-Synth spezialisierte Veranstaltung. Wir lieben diese Musik einfach, sie hat uns sehr beeinflusst. MECANO, FLUE, MOLOKO +, INTO A CIRCLE, WEIMAR GESANG, UV POP… außerdem praktisch den ganzen Katalog des französischen "Lively Art"-Labels.

      "Wierd" bedeutet für uns auch irgendwie eine Art von Widerstand. Pieter und ich teilen beide eine Abneigung gegen die desorientierte Kultur, die sich unsere Zukunft nennt, und gegen eine Welt voll widerwärtiger Entrücktheit, krankhafter Ironie und Nihilismus. BLACKLIST und "Wierd" sind daher gute Institutionen, ganz entschieden "Nein" zu all dem zu sagen.



      Euer Debüt-Album soll nun endlich im Herbst erscheinen. Werdet Ihr die Platte auch auf "Wierd Records" veröffentlichen? Gibt es in Kontakt zu europäischen Labels für eine Veröffentlichung?

      Wir werden definitiv Möglichkeiten ausloten, das Album auch in Europa zu veröffentlichen. Bis jetzt hat sich da aber noch nichts ergeben. Ja, in den Staaten kommt die Scheibe über "Wierd Records" heraus.

      Ihr habt den Track "Blue Shifted" für unsere Compilation beigesteuert. Worum geht’s in dem Song? Was sind Deine momentanen Lieblingsstücke von BLACKLIST?

      Meine momentanen Lieblingsstücke sind vor allen Dingen ganz neue Tracks von uns, wie zum Beispiel "Shock In The Hotel Falcon", "Flight Of The Demoiselles", und "Odessa".

      Ich habe meine Texte nie bewusst in eine bestimmte Richtung bewegen wollen, aber wenn ich jetzt auf die bisher entstandenen Lyrics zurück blicke, fällt mir auf, dass sie fast alle eine Art Manifest beinhalten. Doch diese eher traditionelle, pseudo-marxistische Punk Rock-Haltung erreicht natürlich auch schnell ihre Grenzen. Bei "Blue Shifted" ging es mir um eine ganz andere Art von Revolution. Der Titel bezieht sich auf die Farbe des Sternenlichts, wenn es sich in Richtung des Betrachters bewegt. Die Idee für den Text wurde inspiriert durch Carl Sagan, einen amerikanischen Astronomen und sehr eloquenten Humanisten. Die Lyrics sollen das Gefühl von Intensität, Zusammenkunft und Einheit vermitteln. Eine Einheit, die eher auf kosmologischer Wahrheit und weniger auf metaphysischen Spekulationen und Lügenmärchen basiert.

      Es wird oft geglaubt, dass Wissenschaft nicht die Tiefe und Schönheit vermitteln kann, wie es etwa Literatur oder Religion tun. Diese Meinung ist gerade unter Künstlern sehr populär, obwohl es in der Vergangenheit Entdeckungen gegeben hat, von denen selbst unsere kreativsten Dichter nur träumen konnten. Für mich sind solche Entdeckungen extrem beeindruckend und inspirierend. Diese fortschreitende Entwicklung in der Forschung ist nichts, worüber man deprimiert sein muss - ganz egal, wie viele Romantiker da anderer Meinung sind. Wenn Du also in dem Text etwas Verärgerung und einen gewissen "Fuck You"-Spirit verspürst, so ist das überwiegend eine Wut gegenüber denen, die glauben, dass Liebe und Schönheit das Gegenteil von Wissenschaft und Wahrhaftigkeit sind. Ich kann mit dieser Trennung nichts anfangen und finde dieses veraltete Denken geradezu gefährlich.

      "Blue Shifted" ist somit kurioserweise auch einer unserer wenigen Songs, die man als "Liebeslied" bezeichnen kann.



      Was sind Eure persönlichen Ziele und zukünftigen Pläne für die Band?

      Wir möchten Songs schreiben, welche die Aussage vermitteln, dass man die Dinge anpacken und nicht vor ihnen davon rennen oder sie einfach geschehen lassen soll. Veränderungen gibt es überall und natürlich sind diese nicht immer von guter Natur. Es wird immer Kämpfe geben, die ausgefochten werden müssen, was wiederum mit Sicherheit keine schlechte Sache ist.

      Ich wünsche mir, dass wir einen Sound erschaffen, der das Gegenteil von Resignation widerspiegelt und dass es da draußen genug Leute gibt, die genau so fühlen und sich durch ihre eigenen Erfahrungen und Emotionen in unseren Songs wieder finden.

      Ich habe keine Hippie-Träume oder Weltverbesserer-Fantasien. Musik kann die Welt nicht ändern, denn die Welt ändert sich so oder so. Musik wird aber immer ein Spiegel dieser Veränderungen sein. Die Leute machen immer noch den Fehler zu denken, Gegenkultur und Rock ’N’ Roll wären das Gegenmittel des Kommerzes, nicht aber ein perfekter Ausdruck dessen, was es aber tatsächlich ist. Die Rock-Geschichte von den 70ern bis heute ist geprägt von Kapitalismus mit Rock ’N’ Roll-Attitüde und Charisma. Das Ironische des angeblich Progessiven im Rock sind doch die sehr orthodoxen Attitüden, mit Slogans wie "Rock ’N’ Roll Will Never Die". Total konservativ.

      Der Rock ’N’ Roll ist schon viele Tode gestorben – und das war auch gut so. Er ersteht jedoch immer wieder auf, wenn gewisse Standpunkte zusammen treffen und einen akustischen Ausdruck ihres Befindens suchen. Den passenden Lärm für eine bestimmte Stimmung. Wenn der Sound allerdings die Attitüde bestimmt, so ist diese höchstwahrscheinlich nur sehr oberflächlich. Es muss anders herum geschehen, um glaubhaft zu sein und einen Wert zu erlangen.

      Das ist doch ein gelungenes Schlusswort. Vielen Dank für das Interview, Josh.


      Weblinks:

      MP3-Downloads:

      Montag, 9. Juli 2007

      [Review] Interpol 'Our Love To Admire'

      Interpol 'Our Love To Admire'
      (Capitol / EMI)
      VÖ: 09.07.2007


      Fast drei Jahre haben sich INTERPOL für den Nachfolger von "Antics" Zeit gelassen. Verständlich, dass die Erwartungen der Fangemeinde entsprechend hoch waren.

      Mit "Our Love To Admire" tritt nun riesengroße Ernüchterung ein. Das dritte Album der ehemaligen Vorreiter einer ganzen Welle enttäuscht leider auf der ganzen Linie. Kaum ein Song, der fesselt - keine Melodie, die im Ohr bleibt - keine Magie, keine Ideen. "Our Love To Admire" ist Stagnation auf ganzer Linie. Sicher, das Album ist etwas aufwendiger produziert als seine Vorgänger und INTERPOL haben neuen Sounds etwas mehr Platz eingeräumt, aber das täuscht in keiner Weise darüber hinweg, dass die Platte einfach uninspiriert vor sich hin plätschert und den Hörer an keiner Stelle packt.

      Lediglich die Singleauskopplung "The Heinrich Maneuver" sticht etwas aus diesem Manifest der Langeweile heraus, aber wirklich genial ist auch dieses Stück nicht. Im günstigsten Fall zieht mich das Album einfach runter, aber auch dafür gibt es wesentlich bessere Scheiben. Bedauerlich, wenn eine Band nach zwei Alben bereits so dermaßen ausgebrannt ist. Sehr bedauerlich.

      Freitag, 15. Juni 2007

      [Review] Specimen 'Electric Ballroom'

      Specimen 'Electric Ballroom'
      (Metropolis / Alive)
      VÖ: 15.06.2007

      Ersteindruck:

      So, so - SPECIMEN sind also wieder da. Eine weitere Reunion, die eigentlich keine ist und die vor allen Dingen niemand braucht. Aber anhören kann man sich das Ganze ja mal. Und sei es nur, um all seine Vorurteile zu bestätigen.

      Zweiteindruck:

      Original-SPECIMEN-Gitarrist John Klein (von '87 bis '95 auch bei den BANSHEES) hat mit neuen Mitstreitern ein klasse Album aufgenommen, dass zwar an allen Ecken (gut) klaut und eine Schatzkiste an Zitaten ist, aber abgesehen davon, neun wirklich tolle Songs bietet, die ihre Einflüsse zwar nicht verleugnen, aber dennoch relativ zeitgemäß und nicht wie der hundertausendste Neo-Batcave-Aufguss klingen. Mal blitzt DAVID BOWIE ("Nothing Lasts Forever") der späten 90er, dann wieder BILLY IDOL ("Fatal Error") oder auch MARILYN MANSON ("Electric Ballroom") durch. Immerhin ein Stück der Platte erinnert sogar - man möchte es kaum glauben - an SPECIMEN ("Cinema Of Attractions")!

      "Electric Ballroom" bietet starkes Songwriting und ordentlich Abwechslung. Zwei Attribute, die nicht viele sogenannte "Batcave"-Bands heutzutage für sich beanspruchen können. Hört Euch dieses Album an und vergesst am besten, dass SPECIMEN auf dem Cover steht. Dann macht "Electric Ballroom" wirklich Spaß. Mich hat die Scheibe jedenfalls positiv überrascht.

      Über die beiden letzten Songs, zwei Tracks von den Solo-Projekten der Ex-SPECIMEN-Mitglieder Johnny Slut (ATOMIZER) und Olli Wisdom (SPACETRIBE) legen wir besser den Mantel des Schweigens. Sie haben auf dem Album einfach nichts zu suchen.

      [Interview] Editors

      Editors
      Interview mit Gitarrist Chris Urbanowicz
      Juni 2007

      Viel zu lange standen die Editors im Schatten von Interpol, den Anführern des düsteren Retro-Sounds. Die Frage, wer den mit New-Wave-Anleihen gespickten Indie-Pop besser verkörperte, spaltete die Fan-Lager. Chris Urbanowicz, Gitarrist der Editors, sieht das ganz entspannt: „Es ist reiner Zufall, dass Interpols drittes Album nahezu zeitgleich erscheint wie unser zweites. Wir arbeiten nicht für die gleiche Plattenfirma, daher ist da auch keine Strategie hinter. Ich würde eher sagen, es ist ein Jackpot für Leute, die diese Musik mögen."

      Während Interpol auf ihrem neuen Album „Our Love To Admire" (Veröffentlichung: 6. Juli) eher den alten Wurzeln treu geblieben sind, kann man bei „An End Has A Start" (Veröffentlichung: 22. Juni) wohl von einer überraschenden Weiterentwicklung sprechen. „Auf unserem ersten Album ,The Backroom‘ klangen wir wesentlich aggressiver, jetzt ist unser Sound eher klaustrophobisch", beschreibt Urbanowicz die neue Platte.

      Auf dem neuen Album befindet sich mit „Weight Of The World" einer der ersten Songs, den die Editors noch unter ihrem alten Namen Snowfield geschrieben haben. Damals war er nur als Demo erhältlich, heute steht der Song exemplarisch für den neuen Reifeprozess der Band. „Es hat vier Jahre gedauert, bis wir mit dem Song zufrieden waren. Jetzt ist es endlich so weit."

      Mal ganz abgesehen von ihrem großartigen Debüt-Album sind die Editors vor allem durch konstantes Touren aufgefallen. Da liegt die Frage nahe, wann die Band Zeit hatte, neue Songs zu schreiben. „Die meisten Songs sind um Weihnachten 2005 geschrieben worden. Natürlich hat uns das viele Touren dabei beeinflusst – die vielen Bands und Menschen, die wir getroffen haben. Ins Studio, zum Aufnehmen, konnten wir dann auch erst im November 2006."

      Jetzt ist erstmal wieder Schluss mit neuem Material. Für dieses Jahr sind zunächst nur zwei Single-Auskopplungen geplant. „Smokers Outside The Hospital Doors" erscheint am Montag, als zweite Single soll der Titel-Song „An End Has A Start" folgen. Remixes und B-Seiten für die Singles sind bereits produziert.

      Nur für das Projekt „40 Years Of Music" von BBC Radio 1 haben sich die Editors hinreissen lassen, noch mal ein Studio aufzusuchen. Dafür covern Bands Songs aus 40 Jahren Musikgeschichte. Den Editors wurde dafür das Jahr 1989 angeboten und sie entschieden sich für „Lullaby" von The Cure. „Wir sind alle große Cure-Fans", schwärmt Urbanowicz.

      Samstag, 1. Juli 2006

      [Bandvorstellung] She Wants Revenge

      She Wants Revenge
      Broken promises for broken hearts

      Kennt Ihr das? Man entdeckt eine Band zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch ein absoluter Geheimtip ist und obwohl man ganz genau weiß, dass es dieser Act verdient hat, groß und bekannt zu werden, kann man sich nicht entscheiden, ob man das denn auch möchte. Seinen Schatz mit der Masse teilen, Aufgabe des elitären Geschmacks-Egoismus, Verlust des Besonderen. Nun, solcherlei Fragen dürften sich mittlerweile eh für nichtig erklärt haben, denn es ist in diesen Tagen wohl relativ schwer, an She Wants Revenge noch vorbei zu kommen, wenn man ein Faible für wave-lastige Musik hat, die außerhalb der sogenannten Gothic-Szene stattfindet.

      Da die Gruftie-Gemeinde aber in der Regel immer etwas hinterher hinkt, was Neuentdeckungen betrifft, die einem nicht auf den Titelseiten der Mainstream-Goth-Gazetten böse entgegen gucken, macht es sicher Sinn, She Wants Revenge hier nochmal vorzustellen, damit am Ende niemand sagen kann, er hätte nichts davon gewusst. So, here we go.

      Wer sind also She Wants Revenge? Oberflächlich betrachtet zwei ehemalige Hip Hopper, die jetzt Wave machen. Nett gesagt zwei alte Hasen im Musikgeschäft, die jetzt die Musik machen, die in ihrer frühen Jugend aktuell war. Justin Warfield (Gesang, Gitarre) und Adam Bravin (Keys, Programming) bilden den kreativen Kern der Band und lernten sich bereits 1987 kennen. Vorerst trennten sich ihre Wege jedoch wieder. Warfield ging nach London und kollaborierte unter anderem mit den Chemical Brothers und Placebo (von ihm stammt der Rap-Part im Song „Spite And Malice" auf deren „Black Market Music"-Album). Nach seiner Rückkehr in die USA wurde er Frontsänger der Breakbeat-Formation Bomb The Bass um Tim Simeon (später Produzent von Depeche Mode) und hatte später noch eine eigene Band, One Inch Punch, die es allerdings nicht über einen Achtungserfolg hinaus gebracht hat. Zwischenzeitlich etablierte sich Bravin als gefragter Remixer und DJ in der L.A.-Szene. Anfang dieses Jahrtausends trafen sich die beiden wieder und beschlossen, ihre gemeinsamen musikalischen Vorlieben dingfest zu machen. 2003 folgten dann ein Plattendeal bei Geffen Records und zahlreiche Konzerte in den Staaten, u.a. auch als Support für Bloc Party und Depeche Mode.

      She Wants Revenge haben eine Platte aufgenommen, zu der man nach ihren eigenen Aussagen weinen, Sex haben, oder einfach aufstehen und tanzen kann. Es liegt also ganz an Euch, eine oder all diese Optionen auszutesten, denn Gesprächs- und Anregestoff bieten sicherlich auch die Texte von Justin Warfield, in denen es vornehmlich um Beziehungen mit Frauen geht. Nicht sehr originell, aber genau genommen, ist es wahrscheinlich genau das, was einen Mann zwangsläufig die meiste Zeit seines Lebens beschäftigt. Somit ist She Wants Revenge, auch wenn der Bandname das vielleicht vermuten lassen mag, nicht unbedingt Musik für Feministinnen, sondern dürfte eher jeden Typ mit dem Kopf nicken lassen, der viel über die Faszination des weiblichen Geschlechts und die damit manchmal verbundenen Problematiken sinniert. Macho-Musik also? Mitnichten! Nicht umsonst haben She Wants Revenge sehr viele weibliche Fans. Männer-Versteherinnen quasi.

      Man darf gespannt sein, welches Geschlecht die Band mehr bezaubern wird, wenn She Wants Revenge am 25.7. im Knaack Club ihr erstes Konzert in Berlin geben!

      Freitag, 26. Mai 2006

      [Review] New Dark Age Vol. 4

      V.A. - New Dark Age Vol. 4
      (Strobelight Records / Alive)
      VÖ: 26.05.2006

      Pünktlich zum Wave-Gotik-Treffen erscheint nun der mittlerweile vierte Teil der sehr beliebten Reihe vom umtriebigen „Strobelight“-Label. Es hat ja den Anschein, dass der Old School- und Batcave-Boom in letzter Zeit etwas nachgelassen hat. Was auch immer die Gründe dafür sein mögen, am Fehlen neuer Musik liegt es definitiv nicht! Denn mit 38 Bands auf zwei CDs spiegelt „New Dark Age Vol. 4" wie keine andere Compilation das aktuelle Who Is Who des weltweiten Gothic- & Death Rock-Undergrounds eindrucksvoll wieder. Gut, Clan Of Xymox und Pink Turns Blue als bekannteste Namen auf dieser Compilation sind nun alles andere als neu, aber ein paar große Namen schaden ja nie. Interessanter sind da definitiv die brandneuen Tracks von Murder At The Registry, Last Days Of Jesus, Scarlet’s Remains und Zadera, oder aber bis dato für die meisten eher unbekannten Formationen, wie All Gone Dead, Frustration, The Weegs, Pins And Needles, Monozid. Es gibt also wie immer einiges zu entdecken. Ein exzellentes Potpourri aus etablierten Genre-Helden und hoffnungsvollen Newcomern des internationalen Goth-Undergrounds und eigentlich Pflichtkauf für jeden, der die Stars von morgen schon heute kennen möchte!

      Freitag, 12. Mai 2006

      [Review] Catastrophe Ballet 'All Beauty Dies'

      Catastrophe Ballet 'All Beauty Dies'
      (Spirit / Indigo)
      VÖ: 12.05.2006

      Auch wenn sie nur alle paar Jahre mal ein Album veröffentlichen, kann man Catastrophe Ballet wohl mit Fug und Recht als eines der am längsten aktiven Urgesteine des deutschen Gothic-Undergrounds bezeichnen. Mit „All Beauty Dies“ liegt nun der siebte Longplayer in der siebzehnjährigen Bandgeschichte vor. War die Formation gerade Mitte der 90er dafür bekannt, auf jedem Album anders zu klingen und viel mit Sounds, Stilen und Produzenten zu experimentieren, so ist „All Beauty Dies“ angesichts dessen ein geradezu straightes, teils poppiges und leicht zugängliches Album geworden. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Gothic Rock Songs moderner Prägung, ganz ohne nervige Metal-/(Pseudo) Industrial- oder Future Pop-Einflüsse. Sehr sympathisch. Elektronische Elemente ergänzen nur den Sound, entstellen ihn aber nicht. Back to the roots quasi, ohne retro zu sein. Auch wenn „All Beauty Dies“ keine großen Überraschungen bereithält, so ist es doch ein sehr reifes und homogenes Album mit gutem Songwriting geworden, dem man anmerkt, dass Catastrophe Ballet anno 2006 einfach das Selbstbewusstsein besitzen, es niemanden mehr beweisen zu müssen, außer sich selbst. Cool!